Syrien, Lybien, Venezuela – Grenzen des Regime-Change

19. Juni 2019

Mittwoch, 19.30

Dozent:  Rüdiger Rauls

Nach dem Niedergang der UdSSR war das westliche Modell der neoliberalen Marktwirtschaft zum dominanten System weltweit geworden. Stellten sich Staaten den Vorstellungen des Westens über eine Neuordnung der Welt entgegen, wurden sie mit Sanktionen belegt, oder die Neuordnung wurde durch sog. „Farbrevolutionen“ durchgesetzt. Wenn der Widerstand gegen die Unterwerfung so nicht gebrochen werden konnte, kamen durch die US-geführte NATO militärische Mittel zum Einsatz.
Spätestens aber seit dem Syrienkrieg zeigt sich, dass die Durchsetzung eines Regime- Change mit militärischen Mitteln verfehlt werden kann. In Venezuela geraten die Pläne zur Einsetzung des selbsternannten Präsidenten Guaido ins Stocken. Afghanistan und Libyen scheinen auf dem Weg zu alten Verhältnisse, die vor den NATOInterventionen geherrscht hatten. Warum stößt der mit militärischen Mitteln erzwungene Regime-Change nun zunehmend an seine Grenzen?

Marx-Engels-Stiftung und MASCH – Wedel

 

Ort: AWO -Tagesstätte, siehe Anfahrt

Die Flüchtlingsmacher – Wie Fluchtursachen geschaffen werden.

20. Februar 2019

Mittwoch, 19.30

Dozent:  Dr. Marianna Schauzu

Europa hat es noch immer nicht verstanden: Afrika möchte als gleichberechtigter Partrner und nicht als Opfer behandelt werden. Freihandelsabkommen mit den Ländern Afrikas sind scheinheilige Projekte. Sie dienen dazu, Afrika mit subventionierten, billigen Produkten der reichen EULänder zu überschwemmen und lassen der lokalen Wirtschaft keine Chance. Der inzwischen unterzeichnete UN-Migrationspakt bedeutet für die westlichen Industriestaaten den Gewinn motivierter, billiger Arbeitskräfte, für Afrika jedoch, eine Subventionierung des Nordens durch den Süden. Im Gegensatz dazu ist Chinas Politik auf eine nachhaltige Entwicklung Afrikas ausgerichtet.

Ort: AWO -Tagesstätte, siehe Anfahrt

Von der Wirtschaftskrise über Wirtschaftskriege zum 3. Weltkrieg?

20. März 2019

Mittwoch, 19.30

Dozent: Dr. Manfred Sohn

Die Wirtschaftsnachrichten in den kapitalistischen Industrieländern verbreiten dunkle Ahnungen eines nächsten Krisenschubs. Sie bereiten die Menschen auf die nächste Rezession vor – vor allem aber darauf, dass die Notenbanken und Staatshaushalte, die 2008 das Schlimmste noch einmal abgewendet hatten, ihr Pulver nun verschossen haben. Gleichzeitig – und damit zusammenhängend – forcieren die USA ihren Wirtschaftskrieg gegen China. Und schließlich haben sich alle NATO-Staaten, Deutschland eingeschlossen, zu einem rasanten Aufrüstungskurs verpflichtet. Braut sich eine unabwendbare Kaskade von Wirtschaftskrise über Wirtschaftskrieg zum 3.Weltkrieg zusammen? Was steht uns bevor und wie können wir darauf reagieren?

 

Ort: AWO -Tagesstätte, siehe Anfahrt

Die These vom Absterben des Staates. Nation und Staat bei Domenico Losurdo.

17. April 2019

Mittwoch, 19.30

Dozent:  Andreas Wehr

„Das Proletariat ergreift die Staatsgewalt und verwandelt die Produktionsmittel zunächst in Staatseigentum. Und damit hebt es sich selbst als Proletariat, damit hebt es alle Klassenunterschiede und Klassengegensätze auf, und damit auch den Staat als Staat. Der Staat wird nicht abgeschafft, er stirbt ab.“ Dieses allgemeingehaltene, zusammenfassende Zitat von Friedrich Engels aus dem „Antidüring“ hat die marxistische Diskussion über die Rolle des Staates geprägt. Der italienische, marxistische Philosoph Domenico Losurdo hat verschiedene Aspekte und Aussagen von Hegel, Marx und Engels, Lenin und Gramsci zur Rolle des Staates in Betracht gezogen und zu einer Konkretisierung beigetragen.

 

Ort: AWO -Tagesstätte, siehe Anfahrt

Vorstellung des Dokumentarfilmes: „In Kiel ist Revolution!“

15. Mai 2019

Mittwoch, 19.30

Klaus Kuhl und Kay Gerdes haben diesen Film über den Kieler Matrosenaufstand von 1918 gedreht.

Dozent:  Klaus Kuhl

Dieser Film beleuchtet detailiert die Ereignisse an der Förde im November 1918 und stellt sie in einen größeren geschichtlichen Zusammenhang. Verwendet wird historisches Film- und Bildmaterial, Aufnahmen der Originalschauplätze, Interviews aus den 1970er und 80er Jahren mit Zeitzeugen der Ereignisse (darunter auch mit Lothar Popp, einem der Anführer der Bewegung von 1918) und Erläuterungen durch den Historiker, Friedensforscher und Noske-Biografen Prof. Wolfram Wette. Die revolutionären Ereignisse in Kiel werden aus damaliger und heutiger Sicht dargestellt.

Die Filmmusik hat Gerhard Folkerts komponiert. Synchronsprecher ist der Schauspieler Rolf Becker.

 

Ort: AWO -Tagesstätte, siehe Anfahrt

Warum wählen Arbeiter die AFD?

21. November 2018

Mittwoch, 19.30

Vorbild USA und Einfluss in der EU

Dozent: Dr. Werner Seppmann

Innerhalb weniger Jahre ist die zwischen Rechtspopulismus und Neofaschismus schwankende „Alternative für Deutschland“ zu einem politischen Faktor geworden. Mittlerweile dürfte sie die SPD als zweitstärkste politische Kraft abgelöst haben.

Hinter ihrer Fahne versammeln sich verunsicherte „Mittelständler“, nationalkonservative Ideologen – aber auch die Opfer der sogenannten „Arbeitsmarktreformen“: Die Arbeitslosen und Prekarisierten. Mittlerweile kann die AfD erste Erfolge in den Betrieben verbuchen und 15 Prozent ihrer Wähler bei der Bundestagswahlen waren gewerkschaftlich organisiert. Wie müssen linke Gegenstrategien aussehen?

Rosa Luxemburg Stiftung
Schleswig-Holstein
und Masch-Wedel

 

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So wird Geld verdient

17. Oktober 2018

Mittwoch, 19.30

Rolf Becker liest Texte über „Geld“

Dozent:  Rolf Becker Schauspieler

Was er zusammengetragen hat an Texten über die Machenschaften des entfesselten Geldes, von der Antike bis in die Jetztzeit, das kann sich hören lassen. Und es ist etwas Besonderes. Das besondere steckt im Detail, nämlich, dass einer, der sich empört, Texte aus der Zeit von 400 vor unserer Zeitrechnung vorträgt und sich das anhört, als hätte es gestern in der Zeitung gestanden. Normalerweise findet man schon Texte aus dem vorigen Jahrhundert altertümlich.

Ich weiß nicht wie es Rolf Becker gemacht hat, aber er zitiert Goethe und es ist nicht blumig, er zitiert Aristophanes und es hört sich nicht antik an, selbst die Bibel klingt nicht religiös und Marx nicht kompliziert. Scheinbar haben, wenn es um Geld ging, schon immer alle die gleiche Sprache gesprochen, vielleicht hat das Geld schon immer die gleiche Wirkung gehabt?

Tatsache ist, was Rolf Becker unter dem Motto: „So wird Geld verdient“ als Literarischen Streifzug durch die Geschichte der Ökonomie bezeichnet, ist ein amüsantes Greuelpanoptikum, man wusste es längst, aber man konnte es sich bis dato nicht wirklich vorstellen, Rolf Becker hat es einem super gut nahe gebracht.

Geld – man hat etwas begriffen darüber und das ohne das umfangreiche Sachbuch eines Politökonomen gelesen zu haben. Das vermag Literatur, und auch das zeigt uns Rolf Becker, nicht sie allein, es braucht jemanden, der ihren Worten Leben gibt, ihr körperlichen Ausdruck verleiht, gut und eindrucksvoll vorträgt. Das ist gelungen.

Ich weiß nicht, warum das so ist, aber das Gehirn freut sich, wenn es gute Sachen zu hören, zu lesen, zu sehen bekommt, Sachen, die Denkprozesse anstoßen, die Zusammenhänge einleuchtend machen, die uns die Welt durchschaubar machen und die nicht Mord und Totschlag zu Heldentaten umdichten, sondern stattdessen erklären, wie es zu Mord und Krieg, Betrug und Ausbeutung kommt und wie man also vorbeugen können würde, was doch immerhin besser ist.

Dann gelingt es Rolf Becker auch, das Gefühl zu vermitteln, wir seien nicht wenige, die so denken, nein, wir sind und waren stets viele, wir haben Vorgänger bis in die Antike und durch alle Zeiten hindurch, und wir können, mit Hilfe dieses Programms, obgleich man in uns doch am liebsten den Gottseibeiuns sieht, die Großen der abendländischen Kultur als völlig auf unserer Seite befindlich konstatieren, wie etwa:

„Die Menschen haben nichts Schlimmeres als das Geld erfunden, das Geld zerstört die Gemeinschaft, es zerstört Städte und Staaten, es vertreibt Familien von Haus und Hof, bringt auf schlechte Gedanken und macht zu allem fähig, das Geld macht aus Menschen Verbrecher!“ (Sophokles, Antigone, 442 v.u.Z.)

Doch auch Neuzeitliches gibt es genug und selbst schwierige ökonomische Prozesse, wie die Mechanismen des internationalen Schulden- Kreditwesens und die jüngsten KrisenKriegsPleiten hat man am Ende besser begriffen als vorher, wenn das nichts ist?

Rosa Luxemburg Stiftung
Schleswig-Holstein
und Masch-Wedel

 

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Marx Krisentheorie und die jüngste Krise des Kapitalismus

19. September 2018

Mittwoch, 19.30

Dozent:  Dr. Thomas Sablowski, Referent der Rosa- Luxemburg-Stiftung in Berlin und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland.

Als im Herbst 2008 die Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach, konnte auch in Deutschland niemand mehr die Augen vor der sich entwickelnden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise verschließen. Bis dahin hatte die Bundesregierung die Krise, die zunächst den Hypothekenmarkt in den USA erfasst hatte, als amerikanisches Phänomen abgetan. Die Krise erwies sich schließlich als die tiefste seit dem Zweiten Weltkrieg: Zum ersten Mal schrumpfte das Sozialprodukt nicht nur in einzelnen Ländern, sondern weltweit. Ein Zusammenbruch des globalen Finanzsystems konnte nur dadurch abgewendet werden, dass die Regierungen riesige Summen ausgaben, um bankrotte Banken zu retten. Die Verluste der Kapitalanleger wurden sozialisiert, der Preis war eine drastisch wachsende Staatsverschuldung. Die Bankenkrise verwandelte sich in eine staatliche Finanzkrise. Die darauf folgende Sparpolitik brachte ganze Gesellschaften wie Griechenland, Portugal, Irland oder Spanien an den Rand des Zusammenbruchs und stellte den Zusammenhalt der Europäischen Union auf die Probe. Die Finanzkrise wurde zur Eurokrise.

Wo stehen wir heute, zehn Jahre nach dem Ausbruch der großen Krise? Und wie lässt sich diese Krise begreifen? Was können wir in diesem Zusammenhang von Karl Marx lernen, dessen 200. Geburtstag 2018 gefeiert wird?

Der Vortrag wird einen Überblick über die auf Marx zurückgehende Krisentheorie geben und auf dieser Basis die Entwicklung des globalen Kapitalismus in den letzten Jahrzehnten analysieren.

Rosa Luxemburg Stiftung
Schleswig-Holstein
und Masch-Wedel

 

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Der Staat ganz privat

20. Juni 2018

Mittwoch, 19.30

Vorbild USA und Einfluss in der EU

Dozent:  Dr. Werner Rügemer, Journalist und Publizist, Lehrbeauftragter der Universität Köln

Im westlichen Kapitalismus wird nicht nur öffentliches Eigentum privatisiert, sondern auch der Staat selbst. Werner Rügemer zeigt dies anhand der USA: – Privatisierung des politischen Systems und des Staatsapparates (Parteien, Think Tanks, Stiftungen, Lobby, Berater, PR-Agenturen, Zentralbank, Geheimdienste, Militär, Krankenhäuser, Gefängnisse, Verkehr u.s.w.), – der tansatlantischen Institutionen (Weltbank, IWF, Europäische Kommision, Schiedsgerichte, Rating-Agenturen, Steuer- Hinterziehungs- und Privatisierungsindustrie), – sowie anhand der Bundesrepublik Sein Fazit: Die Entwicklung von Demokratie ist die notwendige Aufgabe!

Rosa Luxemburg Stiftung
Schleswig-Holstein
und Masch-Wedel

 

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Der neue Wettlauf um Afrika

16. Mai 2018

Mittwoch, 19.30

„Keinesfalls den Chinesen Überlassen“

Dozent: Jörg Kronauer, Sozialwissenschaftler und freier Journalist

Sie gehört seit Jahren zum Standart- Forderungskatalog jeder Bundesregierung: Eine neue Afrika-Politik Deutschlands und der EU, die der Bundesrepublik stärkeren Einfluss auf Afrika verschafft. Dieser Kontinent verfügt über riesige Rohstoffvorräte, seine Bedeutung als Absatzmarkt für Industrieprodukte aus Deutschland wächst. Exklusivere Beziehungen dorthin sind in Berlin und Brüssel höchst erwünscht. Die Bundesregierung hat während des deutschen G20-Vorsitzes vorgeschlagen, dass ein Marshall-Plan für Afrika dies richten solle. Allerdings tun Berlin und Brüssel sich schwer, ökonomische Interessen durchzusetzen. Für viele afrikanische Staaten ist China inzwischen zum wichtigsten Wirtschaftspartner geworden. Auch deshalb setzt die Bundesrepublik mittlerweile immer stärker aufs Militär. Dabei ist die Haltung des Auswärtigen Amtes klar: Entschädigungen für Kolonialverbrechen des Deutschen Reiches kommen nicht in Frage.

Ort: AWO -Tagesstätte, siehe Anfahrt