Marx Krisentheorie und die jüngste Krise des Kapitalismus

19. September 2018

Mittwoch, 19.30

Dozent:  Dr. Thomas Sablowski, Referent der Rosa- Luxemburg-Stiftung in Berlin und Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von Attac Deutschland.

Als im Herbst 2008 die Investmentbank Lehman Brothers zusammenbrach, konnte auch in Deutschland niemand mehr die Augen vor der sich entwickelnden globalen Finanz- und Wirtschaftskrise verschließen. Bis dahin hatte die Bundesregierung die Krise, die zunächst den Hypothekenmarkt in den USA erfasst hatte, als amerikanisches Phänomen abgetan. Die Krise erwies sich schließlich als die tiefste seit dem Zweiten Weltkrieg: Zum ersten Mal schrumpfte das Sozialprodukt nicht nur in einzelnen Ländern, sondern weltweit. Ein Zusammenbruch des globalen Finanzsystems konnte nur dadurch abgewendet werden, dass die Regierungen riesige Summen ausgaben, um bankrotte Banken zu retten. Die Verluste der Kapitalanleger wurden sozialisiert, der Preis war eine drastisch wachsende Staatsverschuldung. Die Bankenkrise verwandelte sich in eine staatliche Finanzkrise. Die darauf folgende Sparpolitik brachte ganze Gesellschaften wie Griechenland, Portugal, Irland oder Spanien an den Rand des Zusammenbruchs und stellte den Zusammenhalt der Europäischen Union auf die Probe. Die Finanzkrise wurde zur Eurokrise.

Wo stehen wir heute, zehn Jahre nach dem Ausbruch der großen Krise? Und wie lässt sich diese Krise begreifen? Was können wir in diesem Zusammenhang von Karl Marx lernen, dessen 200. Geburtstag 2018 gefeiert wird?

Der Vortrag wird einen Überblick über die auf Marx zurückgehende Krisentheorie geben und auf dieser Basis die Entwicklung des globalen Kapitalismus in den letzten Jahrzehnten analysieren.

Rosa Luxemburg Stiftung
Schleswig-Holstein
und Masch-Wedel

 

Ort: AWO -Tagesstätte, siehe Anfahrt